Giro-Guthaben in Deutschland auf Rekordhoch / Nutzung von Tages- und Festgeld auf Zinsplattformen besonders intensiv

  • Guthaben auf unverzinsten Girokonten erreichen voraussichtlich Ende 2019 die Marke von 1 Billionen Euro.
  • Volumen auf deutschen Tagesgeldkonten steigt um 5,5 Prozent, Anzahl der Konten jedoch erstmals leicht rückläufig (-3 Prozent).
  • Nutzung von Tages- und Festgeld auf Zinsplattformen überdurchschnittlich intensiv: Kunden nutzen 50 Prozent mehr Produkte und legen mehr als doppelt so hohe Beträge an.
  • Tim Sievers, CEO und Gründer von Deposit Solutions: „Die Menschen sparen mehr Tagesgeld als noch vor ein paar Jahren, nutzen dafür aber weniger Konten.“

Hamburg, 5. Oktober 2019 – Die Deutschen sammeln immer mehr Geld auf ihren Girokonten an. Das zeigen die Ergebnisse einer heute veröffentlichten Analyse des FinTech-Unternehmens Deposit Solutions. Demnach hat sich das Giroguthaben der Deutschen seit dem Jahr 2011 auf insgesamt 890 Milliarden Euro fast verdoppelt. Voraussichtlich im Dezember dieses Jahres wird die Grenze von 1 Billionen Euro fallen. Auch das Guthaben auf deutschen Tagesgeldkonten steigt trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase deutlich. Zwischen 2011 und 2018 belief sich der Zuwachs auf insgesamt 40 Prozent. Auffällig ist hierbei, dass im Jahr 2018 zum ersten Mal die Anzahl der Tagesgeldkonten leicht zurückgegangen ist.

„Die Menschen sparen mehr Tagesgeld als noch vor ein paar Jahren, nutzen dafür aber weniger Konten. Auch das wachsende Guthaben auf unverzinsten Girokonten deutet darauf hin, dass Sparern der Aufwand für die Eröffnung neuer Konten zur verzinsten Anlage in Tages- oder Festgeldern zu hoch erscheint. Viele lassen ihr Geld einfach unverzinst auf dem Girokonto liegen.“, sagt Dr. Tim Sievers, CEO und Gründer von Deposit Solutions. „Wachsende Giroguthaben sind aber weder im Sinne des Kunden noch im Sinne der Bank. Der Kunde erhält keine Rendite auf sein Erspartes und die Bank wird durch den negativen Einlagenzins der EZB womöglich zusätzlich belastet.“

Plattformnutzer bauen Sparportfolios auf

Anders stellt sich die Situation dar, wenn Kunden das Tages- oder Festgeldprodukt einer Bank nutzen können, ohne dort extra ein Konto eröffnen zu müssen – so wie bei den Zinsplattformen, die einige Banken und auch Nicht-Banken für ihre Kunden betreiben. So zeigt die Auswertung des Anlageverhaltens von 80.000 Nutzern von Zinsplattformen, dass die Menschen Tages- und Festgeld intensiver nutzen, sobald der Aufwand für zusätzliche Kontoeröffnungen entfällt: Im Jahr 2018 haben Plattformnutzer ihr Geld im Schnitt in 2,3 Tages- und Festgeldangebote gleichzeitig angelegt. Dem gegenüber stehen lediglich 1,5 Tages- und Festgeldangebote, die deutsche Sparer nutzen, wenn sie die Konten selbst eröffnen und führen müssen. Auch beim Sparvolumen gibt es deutliche Unterschiede. Nutzer von Tages- oder Festgeldkonten haben im Jahr 2018 rund 21.000 Euro angelegt. Auf Plattformen waren es hingegen 57.400 Euro pro Kopf.

Wie tiefgreifend die durch die Zinsplattformen getriebene Veränderung im Sparverhalten der Deutschen ist, wird deutlich, wenn man sich langfristige Nutzerdaten anschaut. So starten Plattformnutzer in ihrem ersten Monat im Schnitt mit 1,1 bis 1,3 verschiedenen Tages- und Festgeldprodukten. Nach 18 Monaten verdoppelt sich dieser Wert bereits auf 1,8 bis 2,9 Produkte. Nach etwas mehr als dreieinhalb Jahren nutzt die Spitzengruppe der Plattformsparer bereits 6,8 Produkte und selbst die Geringnutzer haben ihr Geld im Schnitt in über 4 verschiedenen Tages- oder Festgeldprodukten angelegt.

„Nutzer von Zinsplattformen bauen sich über die Zeit gezielt Sparportfolios auf. Dies beobachten wir unabhängig davon, ob der Marktplatz von einer Bank oder einem FinTech angeboten wird“, sagt Dr. Tim Sievers. „Banken, die eine eigene Zinsplattform betreiben, lösen damit ein zentrales Problem für ihre Kunden. Statt ihr Geld unverzinst auf dem Girokonto lassen oder gar zu einer anderen Bank gehen zu müssen, erhalten die Kunden über die bestehende Kontoverbindung Zugang zu attraktiv verzinsten Tages- und Festgeldprodukten anderer Banken. Die Hausbank selbst erzielt Provisionserlöse und tut darüber hinaus etwas für die Kundenbindung. So entsteht eine Win-win-Situation.“

Über die Analyse:

Vor die vorliegende Analyse wurden Daten der Deutschen Bundesbank, der Europäischen Zentralbank, dem Statistischen Bundesamt, Eurostat sowie dem Institut für Mittelstandsforschung erhoben und durch das Research-Unternehmen Barkow Consulting ausgewertet. Die Analyse des Plattformnutzerverhaltens beruht auf der Auswertung von anonymisierten Nutzerkohorten der von Deposit Solutions betriebenen Zinsplattformen. Aus diesen wurde eine gewichtete Stichprobe von 80.000 Anlegern gezogen. Rund 50 Banken und andere Partner nutzen die Plattform von Deposit Solutions, um ihren Kunden festverzinste Einlagenangebote von Drittbanken zugänglich zu machen.

Über Deposit Solutions:

Deposit Solutions ist ein weltweit anerkanntes FinTech-Unternehmen, das die erste Open-Banking-Plattform für Spareinlagen betreibt. Mit seiner Technologie hat das Unternehmen eine neue Infrastruktur für den weltweit 50 Billionen US-Dollar großen Einlagenmarkt entwickelt, von der Banken ebenso wie Anleger profitieren. Deposit Solutions hat bereits mehr als 95 Banken aus 18 Ländern an seine Plattform angeschlossen. Zusätzlich vermarktet das Unternehmen über die Vertriebskanäle ZINSPILOT und Savedo ausgewählte Einlagenprodukte seiner Partnerbanken direkt an Sparer. 2011 von Dr. Tim Sievers gegründet, beschäftigt Deposit Solutions heute über 300 Mitarbeiter und hat neben seinem Hauptsitz in Hamburg Büros in Berlin, London, Paris, Zürich und New York. Zu den Teilhabern von Deposit Solutions gehören führende Tech-Investoren wie e.ventures, Vitruvian Partners, Greycroft, FinLab, Kinnevik, Peter Thiel, Top Tier Capital Partners und der Angel Investor Stefan Wiskemann sowie die Deutsche Bank AG. Weitere Informationen finden Sie unter: www.deposit-solutions.com

 

Ansprechpartner für Medien:
Attila Rosenbaum
Leiter Unternehmenskommunikation
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