Europäische Bankeinlagen trotzen der Coronakrise

  • Summe auf Einlagenkonten in der Eurozone steigt im März 2020 um über 40 Milliarden Euro
  • Vor allem französische, italienische und spanische Sparer legen zusätzlich Geld auf ihre Bankkonten
  • Parallelen im Anlegerverhalten zwischen Finanzkrise und Coronakrise

Hamburg, 18. Mai 2020. Im Monat des Ausbruchs der Coronakrise in Zentraleuropa (März 2020) haben die Sparer in den größten Volkswirtschaften der Eurozone erneut mehr Geld auf ihre Einlagenkonten eingezahlt. Dies zeigt eine heute erschienene Analyse des Hamburger FinTech-Unternehmens Deposit Solutions auf Basis von Daten der Europäischen Zentralbank (EZB). So deponierten die Spanier im März 2020 zusätzliche 10 Milliarden Euro auf ihren Einlagenkonten, in Italien kamen 17 Milliarden hinzu, in Frankreich über 19 Milliarden Euro. Unter Einbezug aller Zu- und Abflüsse stieg das Einlagenvolumen bei den Eurozone-Banken im März 2020 damit um 43 Milliarden Euro.

„Sowohl die europäischen Sparer als auch die Banken setzen in Zeiten der Krise auf Einlagenprodukte. Sparer suchen Schutz vor Kursschwankungen und die Sicherheit garantierter Einlagen. Banken erhalten wiederum eine stabile und sicher planbare Finanzierung, was gerade in Zeiten volatiler Finanzmärkte wertvoll ist“, sagt Dr. Tim Sievers, CEO und Gründer von Deposit Solutions.

Insgesamt liegen derzeit mehr als 7.800 Milliarden Euro auf den Einlagenkonten der Banken in der Eurozone. Alleine 750 Milliarden davon kamen in den vergangenen zwei Jahren hinzu. Deutsche Banken halten mit 2.400 Milliarden Euro mit Abstand die meisten Kundeneinlagen.

Im März 2020 zählte Deutschland der Analyse zufolge zu den wenigen Eurozone-Ländern, in denen die Menschen weniger Geld auf ihren Konten hielten als im Monat davor. Der Rückgang beziffert sich auf 10 Milliarden Euro oder 0,4 Prozent. Ein ähnliches Verhalten konnte bereits im September 2008 beobachtet werden, dem Höhepunkt der Finanzkrise nach der Lehman-Pleite. Auch damals nahmen die Deutschen 0,4 Prozent – 6 Milliarden Euro –  mehr von ihren Konten herunter, als sie einzahlten, bevor in den drei darauf folgenden Monaten ein Vielfaches dieser Summe zurückfloss, nämlich über 70 Milliarden Euro.

In anderen Eurozone-Ländern gibt es jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Krisen in 2008 und 2020. So gab es im September 2008 auch in den Niederlanden, Frankreich und Spanien Mittelabflüsse von Einlagenkonten. Im März 2020 hingegen gehörten alle drei Länder zu den Netto-Einzahlern. Auch mit Blick auf die Kundeneinlagen der gesamten Eurozone stellt die Krise im März 2020 keine Wiederholung dar. So sanken die Netto-Einzahlungen auf Einlagenkonten in den Monaten vor September 2008 bereits kontinuierlich und erreichten mit der Lehman-Pleite ihren Tiefpunkt. Im Jahr 2020 hingegen blieb das Wachstum des Einlagenvolumens sowohl vor der Krise als auch im Moment ihres Ausbruchs stabil.

 

Über die Analyse:

Für die Analyse „The safe haven. How the European deposits market reacted to the Corona crisis in March 2020“ wurden öffentlich zugängliche Daten der Europäischen Zentralbank recherchiert, analysiert und ausgewertet, um die monatliche Veränderung des Retail-Einlagenguthabens der Banken der Eurozone im Zeitraum Januar 2008 bis März 2020 zu ermitteln. Retail-Einlagen sind definiert als Einlagen aller Laufzeiten von privaten Haushalten, zum Beispiel Girokonten, Sparbücher, Tagesgeld oder Festgeld.

Die vollständigen Ergebnisse im Überblick
Coronakrise: Privatkundeneinlagen in der Eurozone bleiben stabil
Studie

Über Deposit Solutions:

Deposit Solutions ist ein weltweit anerkanntes FinTech-Unternehmen, das die erste Open-Banking-Plattform für Spareinlagen betreibt. Mit seiner Technologie hat das Unternehmen eine neue Infrastruktur für den weltweit 50 Billionen US-Dollar großen Einlagenmarkt entwickelt, von der Banken ebenso wie Anleger profitieren. Deposit Solutions hat bereits über 150 Banken und 20 Länder an seine Plattform angeschlossen. Zusätzlich vermarktet das Unternehmen über die Vertriebskanäle ZINSPILOT und Savedo ausgewählte Einlagenprodukte seiner Partnerbanken direkt an Sparer. 2011 von Dr. Tim Sievers gegründet, hat Deposit Solutions neben seinem Hauptsitz in Hamburg Büros in Berlin, London, Zürich und New York. Zu den Teilhabern von Deposit Solutions gehören führende Tech-Investoren wie e.ventures, Vitruvian Partners, Greycroft, FinLab, Kinnevik, Peter Thiel, Top Tier Capital Partners und der Angel Investor Stefan Wiskemann sowie die Deutsche Bank AG. Weitere Informationen finden Sie unter: www.deposit-solutions.com

 

Ansprechpartner für Medien:

Deposit Solutions
Attila Rosenbaum
Leiter Unternehmenskommunikation
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