Studie zur Nutzung von Zinsplattformen: Das Comeback der Tagesgeldkonten

Wie die Deutschen anfangen, Sparportfolios aufzubauen

  • Das Bankguthaben der Deutschen steigt auf 2,6 Billionen Euro – die Hälfte davon liegt  nicht oder negativ verzinst auf Girokonten
  • Deutlicher Anstieg bei neu eröffneten Tagesgeldkonten im Jahr 2020 von 4 Prozent
  • Erstmals ganzheitliche Analyse des Kundenverhaltens auf Zinsplattformen: Sparerinnen und Sparer bauen diversifizierte Portfolios auf, Zinshopping ist nur ein Nischenphänomen

Berlin, 8. September 2021. Die Kontoguthaben der Deutschen haben im zweiten Quartal 2021 ein neues Rekordhoch erreicht. So liegen derzeit über 2,6 Billionen Euro auf deutschen Giro-, Spar-, Tages- und Festgeldkonten, wie eine heute erschienene Analyse des FinTech-Unternehmens Raisin DS auf Basis von Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt. Den größten Teil ihres Geldes, nämlich 46 Prozent, halten die Deutschen dabei zu Null- oder Negativzinsen auf ihren Girokonten.

Deutsche eröffnen mehr Tagesgeldkonten

Einen ungewöhnlich hohen Anstieg gab es im vergangenen Jahr bei den Eröffnungen von Tagesgeldkonten. Diese stagnierten noch von 2014 bis 2019 mit Wachstumsraten deutlich unter einem Prozent pro Jahr. Im Jahr 2020 jedoch gab es einen sprunghaften Anstieg auf vier Prozent.

„Die Negativzinsbelastung für Bankkunden hat sich in den vergangenen Jahren verschärft. Zunächst haben viele Institute damit begonnen, nur auf besonders hohe Guthaben  Verwahrentgelte in Form von Minuszinsen zu erheben. Anschließend wurden vielerorts jedoch die Freibetragsgrenzen abgesenkt. Es ist daher keine Überraschung, dass die Deutschen ihr Geld nun verstärkt in kleineren Beträgen über mehrere Banken verteilen“, sagt Dr. Tamaz Georgadze, Co-CEO von Raisin DS. „Der Aufwand für die immer wiederkehrenden Kontoeröffnungen, der bei der Nutzung von Tages- und Festgeldangeboten unterschiedlicher Banken entsteht, ist jedoch unverhältnismäßig hoch – sowohl für die Kunden als auch für die Banken.“

Raisin DS Co-CEO Dr. Tamaz Georgadze © Raisin DS / Lukas Schramm
Zinsplattformen: Ohne Aufwand für Kontoeröffnungen diversifizieren Sparer stärker

Wie stark Kundinnen und Kunden einfache Sparprodukte wie Tages- oder Festgeld über verschiedene Banken und sogar Länder diversifizieren, sobald dieser Aufwand wegfällt, lässt sich in einer Analyse des Kundenverhaltens auf Einlagenplattformen ablesen. So gewährt Raisin DS erstmals Einblick in das Sparverhalten von Kundinnen und Kunden, die – statt selbst Konten zu eröffnen – Tages- und Festgelder über WeltSparen, ZINSPILOT oder einen der zahlreichen bankeigenen Zinsmarktplätze nutzen, die über die Plattform des Unternehmens betrieben werden.

Demnach nutzten im zweiten Quartal 2021 Sparerinnen und Sparer über Einlagenplattformen durchschnittlich 2,8 Tages- oder Festgeldprodukte. Außerhalb der Plattformen waren es hingegen nur 1,58 Produkte. Kundinnen und Kunden bilden über Einlagenplattformen zudem gezielt Sparportfolios und kombinieren unterschiedliche Produkte diverser Banken aus verschiedenen Ländern. Typische Plattform-Sparer beginnen so im Schnitt mit Einlagenprodukten von 2,1 Banken aus 1,2 Ländern und erhöhen diese Anzahl mit der Zeit. Nach zwei Jahren nutzen sie Tages- und Festgelder von 3,2 Banken aus 1,8 Ländern, nach fünf Jahren sind es sogar 4,6 Banken aus 2,9 Ländern.

„Einlagenplattformen helfen Kunden dabei, diversifizierte Sparportfolios aufzubauen. Unsere Analyse zeigt: Die Kunden machen von der Möglichkeit, ihr Geld über mehrere Banken zu verteilen, intensiv Gebrauch“, so Dr. Tamaz Georgadze. „Dank der Plattform von Raisin DS können heute bereits rund 40 Millionen Deutsche ohne den Aufwand neuer Kontoeröffnungen Tages- und Festgeldprodukte anderer Banken in ganz Europa nutzen – sei es über die eigene Hausbank oder über ein bestehendes Nutzerkonto bei einer Vergleichs-Website oder einem Zinsmarktplatz.“

Zinshopping ist nur ein Nischenphänomen

Überraschendes fördert die Analyse von Raisin DS zum sogenannten Zinshopping zutage, bei dem Nutzerinnen und Nutzer von Tagesgeldkonten ihre Zinseinnahmen erhöhen, indem sie mit ihrem Guthaben stets zu der Bank mit dem höchsten verfügbaren Zins wechseln.

Die Untersuchung einer Stichprobe von 35.000 Tagesgeldnutzern auf den Zinsmarktplätzen WeltSparen und ZINSPILOT belegt, dass nur die wenigsten Nutzerinnen und Nutzer eine Zinsoptimierung über Zinshopping verfolgen. So betreiben im Schnitt nur rund 0,7 Prozent der Kundinnen und Kunden aktiv Zinshopping. 99,3 Prozent der Nutzer hingegen belassen ihr Geld auch dann auf dem bestehenden Tagesgeldkonto, wenn höher verzinste Produkte auf dem Marktplatz verfügbar werden.

„Anders als häufig angenommen, werden Zinsmarktplätze nicht in erster Linie von Zinshoppern genutzt. Die meisten Kunden sind auf der Suche nach sicherer, stabiler und langfristiger Geldanlage. Seit es unsere Plattform gibt, lag der Anteil der Zinshopper noch nie über zwei Prozent“, erläutert Dr. Tamaz Georgadze.

 

Über die Studie

Die Analyse von Kontoguthaben sowie der Anzahl der Bankkonten basiert auf aggregierten Daten von Europäischer Zentralbank, Bundesbank, Statistischem Bundesamt, Eurostat sowie Barkow Consulting. Die Analyse des Kundenverhaltens auf Einlagenplattformen basiert auf anonymisierten Nutzerdaten von Raisin DS. Hierfür wurde eine Stichprobe von rund 250.000 aktiven Nutzern der von Raisin DS in Deutschland betriebenen Zinsmarktplätze untersucht.

Über Raisin DS

Raisin DS ist ein Wegbereiter für Open Banking für Spar- und Anlageprodukte. Das FinTech-Unternehmen bietet eine Open-Banking-Infrastruktur für den globalen 50+ Billionen Dollar großen Einlagenmarkt, von der Banken und Sparer gleichermaßen profitieren: Sparer erhalten eine größere Produktauswahl und mehr Entscheidungsfreiheit, Finanzdienstleister erstklassige Marktplatzlösungen für ihre eigenen Kunden und Banken einen besseren Zugang zur Einlagenfinanzierung. Raisin DS betreibt eigene B2C-Marktplätze – in Europa unter den Marken Raisin, WeltSparen, Savedo und ZINSPILOT sowie in den USA unter der Marke SaveBetter. In Deutschland bietet das Unternehmen neben Sparprodukten für Privat- und Firmenkunden auch ETF-basierte Investment- und Altersvorsorgeprodukte an. Raisin DS arbeitet mit rund 400 Banken und Finanzdienstleistern aus mehr als 30 Ländern zusammen und hat über 550.000 Direktkunden. Hinter Raisin DS stehen namhafte internationale Investoren wie btov Ventures, Deutsche Bank, FinLab, Goldman Sachs, Greycroft, Headline/e.ventures, Index Ventures, Kinnevik, Orange Digital Ventures, PayPal Ventures, Thrive Capital, Top Tier Capital Partners, Ribbit Capital und Vitruvian Partners, sowie Peter Thiel. Das Unternehmen hat Büros in Berlin, Frankfurt, Hamburg, London, Madrid, Mailand, Manchester, New York, Paris und Zürich. Raisin DS ist entstanden durch eine Fusion der FinTech-Unternehmen Deposit Solutions und Raisin im Juni 2021.

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Raisin DS GmbH
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